U21 enttäuscht erneut

Daniel Jais

Von der angekündigten Wiedergutmachung war in der ersten Viertelstunde nichts zu spüren: Bereits nach 13 Minuten lag die Löwen-U21 mit 0:3 bei Eintracht Bamberg zurück. Dem 1:3 durch Bobby Wood (22.) folgte noch vor der Pause das 1:4. Ein Eigentor von Phillipp Steinhart brachte die Oberfranken sogar mit vier Toren in Vorsprung. Erst in der Schlussphase sorgten Robert Glatzel und erneut Wood für eine erträgliche 3:5-Niederlage.

Die Wechsel in der Anfangsformation vielen moderater aus, als von 1860-Trainer Alexander Schmidt angekündigt. Lediglich Christoph Rech kam ins Team, ersetzte Christoph Dinkelbach in der Innenverteidigung. Ansonsten blieb alles beim Alten gegenüber der 0:2-Heimniederlage gegen Frohnlach.

Die angekündigte Wiedergutmachung war bereits nach einer Viertelstunde passé. Da lag die Löwen-U21 bereits mit 0:3 zurück. In der 5. Minute kam Ex-Löwe Alexander Deptalla im Strafraum bei einem Zweikampf mit Christoph Rech zu Fall. Zum Unmut der Löwen zeigte Schiedsrichter Stefan Bloch sofort auf den Punkt. Zuvor hatte er auf der Gegenseite bei einer ähnlichen Situation den Sechzgern den Strafstoß versagt. Christoph Kaiser lief an, ließ Vitus Eicher beim harten Schuss ins linke untere Eck keine Chance (6.). Fünf Minuten später überwand Johannes Bechmann Eicher per Kopf zum 2:0 (11.). Aber es kam noch schlimmer. Zwei Minuten später konnte der Löwen-Keeper einen Schuss von Kaiser noch abwehren, aber Deptalla war zur Stelle, staubte in bester Torjäger-Manier zum 3:0 ab (13.). Das sah nach einer bitteren Klatsche aus. Doch nach einem kurz ausgeführten Eckball verkürzte Bobby Wood nach einer Flanke von Phillipp Steinhart auf 1:3 (22.). Es war bereits der dritte Treffer des Hawaiianers im dritten Regionalliga-Spiel. Jetzt zeigte das Schmidt-Team endlich sein wahres Gesicht, setzte die Oberfranken unter Druck. Besonders nach Standards wurde es gefährlich, aber Eintracht-Torhüter Oliver Scheufens blieb jedes Mal Sieger. In der 37. Minute entschärfte Scheufens einen Schuss von Wood aus kurzer Distanz. In die Druckphase der Löwen hinein konterten die Bamberger eiskalt. Bechmann prüfte Eicher mit einem Distanzschuss aus 30 Metern. Dieser konnte das Leder nur nach vorne abklatschen, Seifert war zur Stelle, staubte zum 4:1 ab (40.). In der 43. Minute scheiterte zu allem Überfluss Markus Ziereis am Pfosten des Eintracht-Tores. Kurz danach war Pause und Zeit für Schmitt, sein Team für die 2. Halbzeit neu einzustellen.

Doch zunächst änderte sich wenig an der Dominanz der Oberfranken. In der 52. Minute wechselte Bambergs Trainer Petr Skarabela sogar seinen zweiten Sturm ein. Die Torschützen Deptalla und Seifert machten Platz für Peter Heyer und Lukas Görtler. Trotzdem erzielten sie auch den ersten Treffer im zweiten Durchgang, allerdings durch ein Eigentor von Löwen-Verteidiger Steinhart, der den Ball beim Klärungsversuch zum 1:5 in den eigenen Kasten bugsierte (55.). Einen 25-Meter-Freistoß von Wannenwetsch wehrte Torhüter Scheufens in der 63. Minute gekonnt ab. Die Löwen gaben aber nicht auf, erspielten sich einige Möglichkeiten, waren aber lange Zeit nicht konsequent genug im Abschluss. In der 72. Minute verletzte sich dann Linienrichter Andreas Hartl. Für ihn sprang der vierte Offizielle, Christian Stöhr, in die Bresche. Bis er sich umgezogen hatte, war das Spiel für acht Minuten unterbrochen. In der Schlussphase wurden die Löwen dann doch noch mit zwei Treffern belohnt – mehr als Ergebniskosmetik war es aber nicht. In der 90. Minute verkürzte der eingewechselte A-Junior Robert Glatzel auf Zuspiel von Korbinian Vollmann auf 2:5. In der 8. Minute der Nachspielzeit erzielte Wood erneut auf Vorarbeit von Vollmann mit seinem vierten Saisontreffer den 3:5-Enstand.

Löwen-Chefcoach Alexander Schmidt zeigte sich enttäuscht. „Wir haben grobe individuelle Schnitzer in der ersten Viertelstunde gemacht, die der Gegner konsequent bestraft hat.“ Dabei war er nicht sonderlich gut auf Schiedsrichter Stefan Bloch zu sprechen, der bei seinem Elfmeterpfiff zweierlei Maß ansetzte. „Da muss er für uns vorher auch Strafstoß pfeifen“, so Schmidt. Seinem Team sei es phasenweise gelungen, gut und schön Fußball zu spielen. „Aber durch die groben Fehler machen wir uns alles selbst kaputt.“ Bezeichnend sei auch die Phase nach dem 0:3 gewesen. Seine Mannschaft habe das Spiel dominiert, auf 1:3 verkürzt, „und dann bestrafen wir uns durch eine Unachtsamkeit wieder selbst.“

„Wenn wir die individuellen Fehler nicht abstellen, dann holen wir so schnell keine Punkte mehr. Wir haben jetzt zweimal hintereinander Lehrgeld bezahlt“, so Schmidt. Es genüge einfach nicht, nur mit spielerischen Mitteln zu glänzen. „In dieser Liga braucht man auch ein vernünftiges Zweikampfverhalten und eine gewisse Abgeklärtheit, um den Ball in Bedrängnis auch mal wegzuschlagen.“ Positiv wertete der 43-Jährige, dass seine Mannschaft nie aufgesteckt habe. „Wenn wir nach dem 1:4-Rückstand unsere Chancen konsequent genutzt hätten, wären wir nochmals rangekommen.“
Unterm Strich seinen fünf Gegentore einfach zu viel. „Das geht nicht! Das Abwehrverhalten war heute ungenügend“, bescheinigte er seiner Defensive eine schlechte Zensur.

(Quelle: www.tsv1860.de)

Statistik:

Eintracht Bamberg: Scheufens – Gressel, Finnemann, Bechmann, Gradl – Kaiser, Dotterweich – Herl, Pickel – Deptalla, Seifert.
Bank: Muckelbauer (Tor) – Karl, Kühnlein, Hayer, Wieczorek, Waltrapp, Görtler

1860 II: Eicher – Wolf, Bühler, Rech, Steinhart – Vocaj, Wannenwetsch – Vollmann, Wood, Koussou – Ziereis.
Bank: Netolitzky (Tor) – Killer, Glatzel, Geipl, Dinkelbach, Karger, Jais

Wechsel: Heyer für Deptalla (52.), Görtler für Seifert (52.) Kühnlein für Dotterweich (69.) – Karger für Koussou (16.), Glatzel für Ziereis (46.), Killer für Vocaj (56.)

Tore: 1:0 Kaiser (6., Foulelfmeter), 2:0 Bechmann (11.), 3:0 Deptalla (13.), 1:3 Wood (22.), 1:4 Seifert (40.), 5:1 Steinhart (55., Eigentor), 5:2 Glatzel (90.), 5:3 Wood (90.+8)

Besonderes Vorkommnis: Achtminütige Unterbrechung wegen Verletzung von Assistent Andreas Hartl

Zuschauer: 1.012 m Fuchsparkstadion in Bamberg

Schiedsrichter: Stefan Bloch (Grafenau)