Bittere Niederlage für die kleinen Löwen

Christoph Dinkelbach im Kopfballduell mit dem dreifachen Torschützen Nicolai Groß.

Bei hochsommerlichen Temperaturen müssen die Amateure nicht nur ein 0:7-Debakel, sondern auch zwei rote Karten gegen Willsch und Ziereis wegstecken.

Eins sei vorweg genommen: Durch die Ligareform können die kleinen Löwen in diesem Jahr zwar nicht absteigen, der letzte Tabellenplatz ist dennoch nicht gerade wünschenswert.

Der Sommer zeigte noch einmal mit letzter Kraft, was in ihm steckt und sorgte bei Anpfiff für Temperaturen weit über 30 Grad. Zu Gast war heute die Zweitvertretung aus Hoffenheim. Unter ihnen befand sich der Ex-Löwe Tobi Strobl der auf 10 Jahre in Giesing zurück blicken kann und noch im vergangenen Jahr zur Stammelf von Bernhard Winkler zählte. Von dieser Elf ist in diesem Jahr personell und leistungsbezogen jedoch nicht mehr viel übrig. Und doch war heute der Wunsch zu spüren, den positiven Trend vom 1:1 gegen Memmingen aus der Vorwoche fortsetzen zu können.

Gerade eine einzige Zeigerumdrehung war vollzogen als die 660 anwesenden Zuschauer im Stadion zum ersten Mal die Luft anhielten. Der Ball war im Löwen-Strafraum gefährlich auf das Tor gekommen, ging aber zum Glück nur an die Latte und konnte von Vitus Eicher zur Ecke gelenkt werden. Anstatt gewarnt zu sein, verschliefen die Löwen aber leider auch diese Situation und so stand es bereits 0:1 als viele Fans noch gar nicht richtig im Stadion angekommen waren. Das auch die Mannschaft noch nicht richtig anwesend war, zeigte sich recht schnell, denn bereits in der dritten Minute konnten die Hoffenheimer auf 0:2 ausbauen. Leider machte sich bereits zu diesem Zeitpunkt das Gefühl breit, dass dieses Spiel gelaufen ist. Als dann nach noch nicht einmal einer Viertelstunde erneut die Anzeigentafel geändert wurde, überlegten sich einige der Anwesenden, ob es wohl nicht besser wäre den Giesinger Berg runter Richtung Isar zu gehen und den Abend sinnvoller zu nutzen.

Würde die Pause Besserung bringen? Ein bisschen Hoffnung bestand, schließlich brachte Bernhard Winkler Bequiri und Imbongo zur Halbzeit. Dimmy hatte ja bereits gegen Memmingen für frischen Wind gesorgt. Aber leider half auch dies nichts. Die kleinen Löwen machten es den ganz in orange gekleideten Hoffenheimern im zweiten Abschnitt noch einfacher als im ersten. Denn zwei Fouls im Mittelfeld führten zu zwei glatt roten Karten gegen Willsch und Geburtstagskind Ziereis. So hatten die Göste leichtes Spiel und durften noch weitere vier Treffer erzielen. Die restliche Spielzeit war von kräfteschonenden Aktionen der Hoffenheimer geprägt.

Leider steht in den nächsten Wochen mit Worms und Kassel kein leichteres Programm auf der Planung. Wann genau die Amateure noch Punkte sammeln wollen um den bescheidenen letzten Tabellenplatz wieder zu verlassen steht derzeit wohl in den Sternen.

Statistik:

1860 II: 1 Eicher – 8 Willsch 5 Dinkelbach, 4 Taffertshofer, 36 Steinhart- 2 Wolf, 17 Geipl – 13 Vollmann, 7 Knuth – 29 Ziereis, 11 Jais.
Ersatz: 12 Tank (Tor) – 9 Beqiri, 10 Gümüssu, 14 Imbongo Boele, 15 Bühler, 16 Koussou, 18 Wannenwetsch.

1899 II: 1 Lück – 2 Klingmann, 12 Nyenty, 5 Neupert, 18 Ruck – 4 Conrad, 15 Strobl, 22 Szarka – 9 Herdling, 7 Groß, 23 Schäfer.
Ersatz: Paterok (Tor) – 8 Recktenwald, 14 Heister, 24 Mbarga.

Wechsel: Imbongo Boele für Jais (46.), Beqiri für Geipl (46.), Wannenwetsch für Vollmann (60.) – Recktenwald für Schäfer (65.), Heister für Groß (65.), Mbarga für Neupert (73.).

Tore: 0:1 Neupert (2.), 0:2 Groß (3.), 0:3 Strobl (14.), 0:4 Klingmann (51.), 0:5 Groß (54.), 0:6 Groß (63.), 0:7 Herdling (85.).

Rote Karten: Willsch (55., grobes Foulspiel), Ziereis (59, grobes Foulspiel).

Zuschauer: 660 im Grünwalder Stadion.

Schiedsrichter: Rafael Foltyn (Mainz-Kastel)